Das Direktbanking hat den Bankensektor grundlegend verändert und wird dies auch in den kommenden Jahren tun. Die Nutzung des technologischen Fortschritts soll es den Kunden jedoch ermöglichen, ein unabhängigeres und zielgerichteteres Leben zu führen. Wer sich ein Bild davon machen will, wie das Bankwesen in Zukunft aussehen könnte, muss zunächst in die Vergangenheit schauen. Das Geschäftsmodell war damals geradezu revolutionär: Der Manager war 24 Stunden lang für die Kunden erreichbar. Und von Anfang an waren die Kunden in der Lage, intelligente finanzielle Entscheidungen in eigener Verantwortung zu treffen.

Dazu wurden Werkzeuge angeboten, die es damals noch nicht gab oder die nur für Fachleute verfügbar waren. Heute kann jeder in wenigen Schritten aus einem Universum nahezu unbegrenzter Möglichkeiten die für ihn passenden Anlageprodukte oder sogar Echtzeit-Investmenttools in Wertpapiere herausfiltern. Bei anderen Direktbanken werden die Kunden so aus der Abhängigkeit von traditionellen Banken und deren Beratern befreit, mit Bankdienstleistungen für jedermann und auf Augenhöhe des Kunden.

Vom Sovereign zum mobilen Client

All dies ist schon seit langem gängige Praxis. Natürlich gibt es noch Banken mit Filialen und Beratern. Viele von ihnen haben sich an die neuen Anforderungen angepasst. Zum Beispiel, indem sie ihre Filialen offener und ihr Beratungskonzept transparenter gestalten. Es bleibt abzuwarten, ob dies ohne disruptive Wettbewerber geschehen würde, denn Wettbewerb belebt das Geschäft. Die Finanzdienstleister stehen heute vor neuen Herausforderungen. Und neue Wettbewerber. So wie die Modernisierung der traditionellen Bankgeschäfte bei anderen Direktbanken stattfindet, stehen einigen wenigen alten Kunden viele neue gegenüber. FinTechs wollen den Zahlungsverkehr revolutionieren, und Internetkonzerne wie PayPal, Google und Apple drängen in den Markt für Finanzdienstleistungen. Sie locken mit mobilen und fast immer einfachen und intuitiven Angeboten. Das Ziel ist es also, den Kunden wieder ein freieres Leben zu ermöglichen.

Eine Anwendung ermöglicht den einfachen Zugang zu Wertpapieranlagen und auch die Smartpay-Anwendung, sie setzt Maßstäbe für neue und moderne Angebote. Auch diese Anwendung ist ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen Banken und FinTechs: Die Grundfunktionen der Anwendung werden für die automatische Bezahlung von Rechnungen eines Partners übernommen. Die Archivierungsfunktion, die die bezahlten Rechnungen in einem digitalen Speicher ablegt, ist hoch entwickelt.

Um mit den immer schnelleren Entwicklungen Schritt halten zu können, werden die Arbeitsmethoden angepasst. Die Spezialisten arbeiten nach agilen Methoden und sind in der Lage, eine Idee innerhalb weniger Wochen zur Marktreife zu bringen. Sie nutzen das Feedback ihrer Kunden schon sehr früh im Entwicklungsprozess, um die Produkte kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu verbessern. Neue Innovationen werden u.a. durch die Start-up-Garage und das interne Innovationsmanagement ermöglicht, bei dem jeder Kollege Ideen in unterschiedlicher Form einbringen kann. Dazu gehören entwickelte Veranstaltungen wie der Innovationstag, aber auch das Engagement im Bankenverband. Das kann ein Unternehmen so flexibel und kreativ machen wie ein Start-up. Als etablierte Bank mit einer starken Marke ist das Vertrauen der Kunden stets vorhanden. Als voll digitale Bank ist mehr Komfort als bei anderen Instituten gewährleistet.

Die Bank wird sich grundlegend verändern

Das Einzige, was sicher ist, ist, dass sich die Art und Weise, wie die Menschen ihre finanziellen Angelegenheiten erledigen, wieder einmal grundlegend ändern wird. Wieder einmal wird eine Geschichte der Befreiung gelebt. Der Befreiung von der Filiale und den starren Öffnungszeiten und dann der größeren Freiheit, die mit dem mobilen und möglichst einfachen Zugang einhergeht, wird nun die Befreiung von einigen der Terminals folgen, die heute noch für den Zugang zu Bankdienstleistungen genutzt werden. Die Bank wird noch stärker in das tägliche Leben der Menschen integriert werden.